Was ist die DGUV Vorschrift 3?
Die DGUV Vorschrift 3 „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel" (früher BGV A3 / VBG 4) ist die wichtigste Unfallverhütungsvorschrift für elektrische Sicherheit in deutschen Betrieben. Sie gilt für alle Unternehmen mit Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Unfallversicherung – also praktisch alle gewerblich tätigen Betriebe.
Kern der DGUV V3: Elektrische Anlagen und Betriebsmittel müssen in ordnungsgemäßem Zustand gehalten werden. Das erfordert regelmäßige Prüfungen durch Elektrofachkräfte – und eine vollständige Dokumentation der Ergebnisse.
DGUV Vorschrift 3 Prüffristen – Übersicht nach Nutzungsart
Die Prüffristen sind keine fixen gesetzlichen Intervalle, sondern Richtwerte. Der Betreiber legt auf Basis seiner Gefährdungsbeurteilung die konkreten Fristen fest. Die folgende Tabelle zeigt die Standardwerte nach DGUV Regel 103-014:
| Nutzungsbereich | Anlage / Betriebsmittel | Richtwert Prüffrist | Prüfer |
|---|---|---|---|
| Büro und Verwaltung | Fest installierte Anlage | Alle 4 Jahre | Elektrofachkraft |
| Büro und Verwaltung | Ortsveränderliche Betriebsmittel | Alle 2 Jahre | Elektrofachkraft |
| Produktionsstätten | Fest installierte Anlage | Jährlich | Elektrofachkraft |
| Produktionsstätten | Ortsveränderliche Betriebsmittel | Jährlich oder häufiger | Elektrofachkraft |
| Baustellen | PRCD-Steckdosen, Verteiler | Monatlich (während Betrieb) | Elektrofachkraft |
| Nassräume / feuchte Räume | Alle Betriebsmittel | Jährlich oder häufiger | Elektrofachkraft |
| Hotels und Gastronomie | Fest installierte Anlage | Alle 1–4 Jahre | Elektrofachkraft |
| Krankenhaus / Medizintechnik | Medizinische Elektrogeräte | Alle 6–24 Monate | Fachbetrieb / MPBetreibV |
| Landwirtschaft | Alle Anlagen | Alle 1–2 Jahre | Elektrofachkraft |
| Ex-Zone (Bereich) | Alle elektrischen Betriebsmittel | Alle 3 Jahre | Befähigte Person / ZÜS |
Quelle: DGUV Regel 103-014, DGUV Information 203-071 (Stand 2024). Individuelle Gefährdungsbeurteilung kann abweichende Fristen erfordern.
Ortsveränderlich vs. fest installiert – was ist was?
Die DGUV V3 unterscheidet zwei Kategorien, weil sie unterschiedlichen Risiken ausgesetzt sind:
Wichtig: Ortsveränderliche Betriebsmittel sind durch ihre häufige Handhabung stärker verschleißgefährdet und haben deshalb deutlich kürzere Prüfintervalle als fest installierte Anlagen.
Was muss das Prüfprotokoll enthalten?
Die DGUV Vorschrift 3 schreibt die Dokumentationspflicht vor. Ein vollständiges Prüfprotokoll enthält:
- Datum der Prüfung
- Identifikation des geprüften Betriebsmittels (Inventarnummer, Gerätebezeichnung)
- Art der Prüfung (Sichtprüfung, Messungen, Funktionsprüfung)
- Prüfergebnis (bestanden / nicht bestanden / Mängel festgestellt)
- Name und Qualifikation des Prüfers (Elektrofachkraft)
- Prüfmittel (Gerätetyp, Seriennummer, Kalibrierungsdatum)
- Nächste Prüffälligkeit
💡 Digitale Prüfprotokolle sind vollständig zulässig. Wichtig ist die Unveränderlichkeit des Protokolls nach der Erstellung – eine PDF-Archivierung oder Cloud-Ablage mit Zeitstempel erfüllt diese Anforderung.
DGUV V3 Prüffristen digital überwachen
Viele Betriebe haben Dutzende oder Hunderte von Betriebsmitteln, die nach DGUV V3 geprüft werden müssen. Eine manuelle Verfolgung in Excel ist fehleranfällig und aufwändig. Wartungssoftware übernimmt diese Aufgabe automatisch: